Der Jahreszeiten Verlag hat zahlreiche Fotojournalisten gegen sich aufgebracht. Das zur Ganske Verlagsgruppe gehörende Unternehmen publiziert Zeitschriften wie „Für Sie“, „Petra“, „Selber machen“, „Merian“, „Der Feinschmecker“ sowie „Architektur und Wohnen“.
Seit März geben die Redaktionen Rahmenverträge für Fotoproduktionen heraus, die auf massiven Widerstand stoßen. Aber der Jahreszeiten Verlag lässt den Fotojournalisten, die für ihn arbeiten wollen, keine Wahl. Per Zwangssyndizierung sollen sie nahezu alle Rechte abgeben, und sämtliche während des Auftrages erstellten Fotos dem Verlag überlassen. Dabei wird nicht lange gefackelt und gefragt – wer nicht akzeptiert, ist seinen Auftraggeber los.
Urheber, die den neuen Vertrag unterschreiben, geben ihr Recht der Selbstbestimmung über die eigenen Werke ab. Gegen die Entrechtung und den Ausverkauf ihres geistigen Eigentums haben sich bereits hunderte von Fotojournalisten gewehrt und dem Jahreszeiten Verlag die Zusammenarbeit versagt.
Weitere Informationen gibt es im nächsten Artikel
Zu Bertram Solchers Beitrag:
Genau das ist der Punkt! Die Devise lautet doch:
“leben und leben lassen!”
Joerg Jochmann, Jalag staffer
Zu Joerg Jochmanns Beitrag:
Ich denke, wir sollten jetzt nicht den Neidhammer rausholen und auf die Autos des Herrn Ganske einschlagen. Mir ist es egal, welche Häuser Herr Ganske besitzt und welche Autos er fährt. Ich freue mich über jeden, der es schafft viel Geld zu verdienen. Schwierigkeiten habe ich nur dann, wenn ich das Gefühl bekomme, dass neue Verträge seit langem bestehende Geschäftsbeziehungen unnötig belasten und nur einer Seite zu Gute kommen.
Leider lässt sich dieses Gefühl bei den vorgelegten Verträgen nicht ganz vermeiden.
Als Unternehmer kann ich Gewinnmaximierung zu Lasten der Qualität und der Lieferantenbindung nicht verstehen.
Bertram Solcher, Fotojournalist
Zu Joerg Jochmanns Fragen: Briefe, wie der von Ganske, dürfen aus rechtlichen Gründen nur in Ausschnitten zitiert werden.
Bisher hatten Fotografen die Möglichkeit Vertragspassagen zu streichen – heute werde das angeblich nicht mehr akzeptiert.
Sollte ich die Antwort von Thomas Ganske auf diesen Seiten übersehen haben, oder dürfen wir sie nicht im Wortlaut lesen, weil wir kein umfassendes Bild von ihm gewinnen sollen? Aber das entwickelt sich nun so langsam auf diesem Schirm…
Über die Freelens Baustelle/ Jalag haben wir schon erfahren, dass es unter der Führungsmannschaft des Jalags keinen einheitliche Meinung zu den künftigen Auswirkungen des neuen Vertragstexts gibt. Wie sollte es diese auch geben, wenn der Chef mit dem Ferrari vorfährt, und seine Angestellten sich lediglich Mercedes oder BMW erlauben können, und jetzt vermutlich auf irgendwelche boni reflektieren, die aber nur dann gezahlt werden, wenn die neuen Vertragstexte auch von den Fotografen geschluckt werden? Es könnte doch sein, dass Thomas Ganske so langsam die fatale Entwicklung erkennt, …aber.
Übrigens, der Text des Beitrags von “ein unmoralisches Angebot” vom 8.April, Absatz 10, stimmt inhaltlich nicht ganz. Schon in den Jalag-Verträgen von 1986 -1996 unterschrieben wir Fotografen bereits:”Der Fotograf gewährt dem Verlag das -(unhonorierte)-Recht zum Abdruck des Materials in seinen Objekten für das In- und Ausland u.s.w….
Und Thomas Ganske hat Anfang der 60er immerhin an der HFBK bei Prof.Troeger zwei Semester Photographie studiert, und ist uns als “kumpelhafter Typ” in Erinnerung geblieben. Deshalb trifft der Verdacht
wohl zu, “dass irgendwas da nicht zusammenpasst”.
Joerg Jochmann, Jalag staffer
Die Sache ist ganz einfach. Der Verlag kann RF Material drucken oder schwarze Flächen. Nicht die Fotografen sind von den Verlegern abhängig, sondern es ist umgekehrt. Wir haben die Macht, nicht die Verleger, welche die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben.
Wir werden uns alles zusammen wehren, und denen zeigen wo der Hammer hängt und vor allem, wer ihn in der Hand hat.
Die “dummen Fotografen” wird es weiterhin geben, aber die Qualität wird hoffentlich ebenso auf der Strecke bleiben, so dass die Verlage dies deutlich zu spüren bekommen…
Damit verbundene Einbrüche der Umsätze werden zu gegebener Zeit die Spreu vom Weizen trennen. Das was Journalisten heute erleben, machen “gewöhnliche Arbeitnehmer” seit Jahren mit … Mehr arbeiten, weniger Lohn, Übergang in Zeitarbeit und Lohnwettbewerb mit sogenannten Fachkräften aus Osteuropa…
Ein Teufelskreis, der zwangsläufig dazu führt, dass u.a die Binnenkaufkraft der BRD schwindet. Die Preise für Konsum fallen, die Gewinne brechen ein, es gibt erste Entlassungen, somit einhergehend weiterer Verlust der Kaufkraft, Firmen gehen pleite, geringere Einnahmen für die Sozialkassen, welche gleichzeitig stärker belastet werden. Der Staat blutet aus. Wer wird gewinnen ??? Ein paar wenige Elitäre, die eh schon satt Geld, Gold und Grund besitzen. Willkommen im neuen Zeitalter des Sklavertum’s…
Menschen, wacht endlich auf. DAS, was JETZT geschieht, wird als historisch in die Geschichte eingehen.
es wird IMMER dumme menschen(”fotografen”) geben,die da mitmachen werden….