Archiv für Juni 2009

Der erste G-Day

Donnerstag, 11. Juni 2009

 

Am Donnerstag, 2. Juli 2009 ab 8.30 Uhr findet der erste G-Day statt. Wir treffen uns alle vor dem Verlagsgebäude des Jahreszeiten-Verlages im Poßmoorweg 2, Hamburg. Das Motto des Tages: Wir entscheiden selbst, wann und an wen wir welche Fotos verschenken.

Man sieht sich ;-)

 

Stellungnahme des Jalag zur Zeit-Anzeige - Kommentierung durch FREELENS

Montag, 8. Juni 2009

 

Stellungnahme zur Freelens Anzeigenschaltung in DIE ZEIT vom 04.06.2009 durch den Jahreszeiten Verlag. Hier gibt es das Original.

Kommentierung durch FREELENS 08.06.2009

Die Fotografenvereinigung Freelens und einzelne Fotoagenturen setzen ihre unsachlich geführte Kampagne gegen den JAHRESZEITEN VERLAG wegen dessen Fotografen-Rahmenvereinbarungen fort. Zu der am 4. Juni 2009 in der Wochenzeitung DIE ZEIT veröffentlichten Anzeige erklärt Verleger Thomas Ganske: „In der Kampagne geht es doch tatsächlich mehr um die Interessen der Agenturen als die der Fotografen. Denn die Agenturen stehen mit der erfolgreichen Arbeit der Syndication des JAHRESZEITEN VERLAG im Wettbewerb. Viele Fotografen haben das Angebot des Verlags angenommen und arbeiten erfolgreich für ihn und der Verlag für sie.“

Die Anzeige wurde von Fotografen, Fotoagenturen und Fotografenverbänden geschaltet - in dieser Reihenfolge. Die Anzeige ist an keiner Stelle unsachlich. Sie ist ein Hingucker, wie es sich für Fotografen gehört. Und es handelt sich auch nicht um eine Kampagne – es ist der Versuch mit Ihnen, Herr Ganske, zu reden – wie es unter Hamburgern üblich ist. Unsere Gesprächsangebote haben Sie bis jetzt ja konsequent abgelehnt.

Wenn Sie, Herr Ganske, behaupten, es geht hier in erster Linie um die Belange der Bildagenturen, unterliegen Sie einem Irrtum. Denn mehr als 3.000 Fotografen haben den Appell unterschrieben und den Widerstand an die Öffentlichkeit gebracht - lange bevor die Bildagenturen sich dem Protest angeschlossen haben.

Die Geschäftsführung des Verlags äußerte Unverständnis, dass Freelens seinen Mitgliedern unverändert ihre Antwortschreiben vorenthält, den Meinungsaustausch zensiert und stattdessen den Verlag öffentlich diffamiert: „Wir können die dramatischen Veränderungen im Bildmarkt nicht aufhalten, sondern müssen als Marktteilnehmer damit umgehen“, sagt Peter Rensmann, Geschäftsführer Special Interest Magazine im JAHRESZEITEN VERLAG. „Anders als manche andere Verlage und Marktteilnehmer haben wir den konstruktiven Weg gewählt, weiter aufwändige Eigenproduktionen mit deutschen Fotografen zu realisieren. Der Verlag muss aber die Möglichkeit haben, seine Investitionen und Vorfinanzierungen wieder am Markt zu verdienen.“

Wie ihre Geschäftsleitung auf den Gedanken kommt, FREELENS halte Informationen zurück, erschließt sich uns nicht. Als journalistische Organisation fühlt sich Freelens grundsätzlich der Wahrheit verpflichtet. Es ist nicht die Aufgabe von FREELENS, das Sprachrohr des Jahreszeiten Verlages (Jalag) zu sein. In diesem Zusammenhang sollten sie ihren Einsatz des Begriffes „zensiert“ einmal überdenken. Aber sämtliche offenen Briefe und Presseerklärungen des Jalag haben ihren Weg zu den Fotografen gefunden und dort in erster Linie Unverständnis und Ärger hervorgerufen.

Der von Freelens in diesem Zusammenhang formulierte Vorwurf der „Zwangssyndication“ ist falsch. Denn die Rahmenvereinbarung bezieht sich nur auf Bildproduktionen, die vom JAHRESZEITEN VERLAG konzipiert, realisiert und vorfinanziert werden, die es also ohne den Verlag nicht geben würde. „Für diese wollen wir als Vermarkter tätig werden, weil sich solche Eigenproduktionen sonst nicht mehr realisieren lassen“, erläutert Rensmann. Es ist ebenfalls nicht richtig, dass mit der Einführung der Rahmenvereinbarung eine Kürzung der Honorare verbunden wäre.

In der Anzeige wird an keiner Stelle von „Zwangssyndication“ gesprochen.

Und wenn Ihre Syndication so erfolgreich ist, warum zwingen Sie dann die Fotografen dort hinein? Wenn Ihre Aussage zur Qualität ihrer Syndication stimmt, werden die Fotografen Sie überrennen – keine Sorge.

Entgegen der später behaupteten Marktüblichkeit hat der Fotograf auch nach Ablauf des Vertrages keine Möglichkeit, dass der Syndikation zum Verkauf überlassene Material zurück zu erhalten. Tatsächlich ist marktüblich, dass, wenn ein Fotograf die Agentur wechselt, er selbstverständlich sein Material zurück erhält. Er ist und bleibt der Urheber und damit auch der einzige Rechteinhaber, der über seine kreative Arbeit bestimmen sollte.

Theoretisch handelt sich nicht um eine Honorarkürzung, es ist nur leider so, dass mit dem einmalig gezahlten Honorar ab sofort alle Veröffentlichungen innerhalb der gesamten Ganske-Gruppe honorarfrei erfolgen und dies zeitlich und räumlich unbegrenzt. Sie wollen also deutlich mehr Ware für das gleiche Geld.

Die Rahmenvereinbarung für Fotografen ist marktüblich und weicht - anders als dies behauptet wird - weder von Branchenstandards ab, noch verletzt sie das Urheberrecht. Nutzungsrechte an dem produzierten Material werden in dem Umfang beansprucht und übertragen, wie dies üblicherweise für eine erfolgreiche Syndication mit Dritten erforderlich ist, von der die Fotografen partizipieren. „Unsere Syndication offeriert eine überdurchschnittliche Nettoerlös-Beteiligung. Davon und vom erweiterten Produktionsvolumen profitieren bereits die zahlreichen Fotografen, die sich zu einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit unserem Hause entschlossen haben“, so Rensmann weiter.

Sie betonen immer wieder, dass ihre Rahmenvereinbarungen marktüblich sind. Bitte, welcher Verlag verlangt von seinen Fotografen dasselbe wie sie und lässt Vertragszusätze und Änderungen in keiner Weise zu? Werden sie deutlich und nennen sie Namen. Wir haben Ihnen, auf Ihren Wunsch hin, Verträge von anderen Premium-Magazinen zukommen lassen. Leider erfolgte von Ihnen keinerlei Reaktion.

Die unwahre Behauptung der Marktüblichkeit gewinnt nicht dadurch an Wahrheit, dass sie immer und immer - wider besseren Wissens - wiederholt wird.

Einen Kernpunkt der Anzeige haben Sie leider nicht kommentiert: Die von Ihnen in Ihrem Rahmenvertrag verlangte Verwendung aller Fotos, ohne zusätzliches Honorar, in allen Objekten der gesamten Ganske-Gruppe.

Sehr geehrter Herr Ganske, in diesen ohne Frage schwierigen Zeiten gilt es gemeinsam einen Weg zu finden, der allen Beteiligten die Möglichkeit gibt, ihren Beruf weiter auszuüben. Deswegen haben wir ihnen immer wieder Angebote unterbreitet. Lassen sie uns einen gemeinsamen Weg finden, diese Krise zu meistern. Wir wiederholen erneut unsere Dialogbereitschaft.
   
Unterschrieben von inzwischen über 3.700 Fotografen
 

Fotografen und Agenturen wiederholen ihr Gesprächsangebot an Thomas Ganske und den Jahreszeiten Verlag

Donnerstag, 4. Juni 2009

English version below

Fotografen und Agenturen wiederholen ihr Gesprächsangebot an Thomas Ganske und den Jahreszeiten Verlag

Ganzseitige Anzeige in "Die Zeit"

Anfang März 2009 präsentierte der Jahreszeiten Verlag seinen Fotografen einen neuen Produktionsvertrag, der eine umfangreiche Rechteübertragung beinhaltete.

So soll die Verwendung der Fotos in der gesamten Ganske-Gruppe, zu der u.a. der Jahreszeiten Verlag, die Verlage Hoffmann und Campe sowie Travelhouse Media gehören, ohne weitere Honorarzahlungen möglich sein – quasi eine Flatrate für Fotos – einmal zahlen, ewig nutzen.

Darüber hinaus sollen die Fotos exklusiv durch den Jahreszeiten Verlag an Dritte weiter verkauft werden – eine Umgehung der marktüblichen Entscheidungsfreiheit der Fotografen.

Nach wie vor weigert sich der Verlag mit den Fotografen zu verhandeln. Dabei sind es vor allem auch die Fotografen, die über viele Jahre mit ihren Fotos die Erfolge von Magazinen wie Merian oder den Feinschmecker erst möglich gemacht haben – das soll heute nichts mehr zählen.

Die Fotografen haben sich mehrfach offen gezeigt für Kompromisse – und dies unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation beider Seiten. Dies wird vom Jahreszeiten Verlag nicht beachtet. Er ist seit drei Monaten zu keinerlei Verhandlungen bereit.

Inzwischen haben sich über 3.500 Fotografen und Fotoagenturen dem FREELENS-Appell gegen solche Produktionsbedingungen angeschlossen – darunter die Crème de la Crème des deutschen und internationalen Fotojournalismus.

Die Fotografen und Agenturen fordern, dass sich der Verlag auf eine ergebnisoffene Verhandlung unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen beider Seiten einlässt.

Mit der heutigen, ganzseitigen Anzeige in der Zeit wollen die Autoren ihrer Forderung nach fairen Vertragsbedingungen Ausdruck verleihen.

Die ANZEIGE (PDF - 350KB)

Photographers and agencies repeat their offer to negotiate with Thomas Ganske and the Jahreszeiten publishing house

Full-page advertisement in the magazine Die Zeit

Early in March 2009, the Jahreszeiten publishing house offered its photogra-phers a new production agreement, providing for an extensive transfer of rights.

In terms of this agreement, the use of photographs throughout the Ganske Group, which extends to include the Jahreszeiten publishing house, the publishers Hoffmann und Campe as well as Travelhouse Media, is to be possible without any additional fees being payable – a kind of flat rate for photographs - pay once, use in perpetuity.

In addition, the photographs are to be exclusively marketed by the Jahreszeiten publishing house to third parties – avoiding the photographers’ customary discretion in the marketplace.

As in the past, the publishing house refuses to negotiate with the photogra-phers.
After all, the photographers in particular are responsible with their photo-graphs for making the successes of such magazines as Merian or Der Feinschmecker possible in the first place in all these years – doesn’t that matter any longer today?

On several occasions the photographers have shown that they are ready to make compromises – taking account of the financial situation of both parties. This has been disregarded by the Jahreszeiten publishing house. For three months now, it has shown no signs whatsoever of being ready to negotiate.

Meanwhile more than 3,500 photographers and photo agencies have joined the FREELENS appeal against such production conditions – including the crème de la crème of German and international photo journalist community.

The photographers and agencies call upon the publishing house to agree to free and unfettered negotiations, taking account of the financial interests of both parties.

With today’s full-page advertisement in the magazine Zeit, the authors want to underscore their appeal for fair contractual terms and conditions.

The ADVERTISEMENT (PDF - 350KB)